Band 9. Nidda Eichelsdorf.
1970
07.02.1970
"Wenn ich das Wort
Wasser höre ..."
Hochbehälter leer gelaufen.
Eichelsdorf muss für Wasser
sorgen.
Eichelsdorf (ghw). Bereits seit einigen Jahren hat die Gemeinde Eichelsdorf
Schwierigkeiten mit der Trinkwasserversorgung. Die eigenen Quellen reichten
meist nicht aus, um den gesamten Ort zu versorgen, weswegen Eichelsdorf Wasser
von der Gemeinde Rainrod bezog. Vor einiger Zeit geschah dann im Quellgebiet
der Gemeinde ein Unglück. Ein Landwirt ließ dort ein Jauchefass auslaufen und
verseuchte damit die Brunnenanlage. Damit war die Wasserversorgung
zusammengebrochen. Es erfolgte eine Einspeisung aus dem Brunnen eines Industriewerkes,
die heute noch besteht.
Bürgermeister Heinrich
Schäfer sagte in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung, dass in den
letzten Wochen der Hochbehälter der Gemeinde mehrmals völlig leer gelaufen
sei. "Wenn ich das Wort Wasser höre, bekomme ich schon eine
Gänsehaut", meinte er. Zudem habe die Firma ihn jetzt wissen lassen, dass bei
dem ständig steigenden Eigenbedarf eine so weitgehende Wasserabgabe wie in der
Vergangenheit nicht mehr möglich sei. Die Gemeinde müsse aus diesem Grunde mit
dem ersten Bauabschnitt zur Sanierung der Wasserversorgung beginnen.
Verhandlungen mit dem Zweckverband Oberhessischer Versorgungsbetriebe habe
ergeben, dass die Gemeinde Wasser aus dem ZOV-Brunnen unterhalb der Gemeinde
Rainrod erhalten könne. Der Preis je Kubikmeter betrage zur
Zeit 0,31 DM. Der ZOV habe bei den Verhandlungen zugesagt, die
Zuführungsleitung vorn Brunnen bis zum Übergabeschacht am Rande der Gemeinde
Eichelsdorf zu übernehmen. Für die Gemeindevertretung von dieser Stelle, am
Ortseingang von Rainrod her kommend - bis in das Gebiet am Weinberg. Die Kosten
hierfür seien vom Planungsbüro mit rund 200 000 DM errechnet worden. Leider
gewähre das Land Hessen hierzu keine Beihilfe, der gesamte Betrag müsse über
ein Darlehen finanziert werden.
Bürgermeister Schäfer sagte
weiter, er wolle sieh dafür einsetzen, dass er Zinsverbilligungen erreiche. Für
den zweiten Bauabschnitt, dessen Gesamtkosten er noch nicht überblicken könne
und der den Bau eines neuen Hochbehälters mit einschließe, würden
Landeszuschüsse erwartet. Das benötigte Eigenkapital der Gemeinde müsse jedoch
15 Prozent der Gesamtbausumme betragen.
Die Gemeindevertretung
beschloss einstimmig, das Ingenieur- Büro Lotz mit
der Erstellung eines baureifen Entwurfes zu beauftragen.
13.04.1970
Auch das geschieht.
Eichelsdorf (ghw). Der Hausmeister des Bürgerhauses in Eichelsdorf
traute am Sonntagnachmittag, als er die Wasch- und Duschräume des Hauses
inspizierte, seinen Augen nicht. Die bis zu diesem Zeitpunkt recht pfleglich behandelte
Anlage, die für die Gast- Fußballvereine zur Verfügung gestellt wird, starrte
vor Schmutz.
Der Fußboden im Umkleideraum
und im Waschraum "schwamm" in lehmiger Brühe. An der getünchten Wand
im Umkleideraum hatte ein Fußballer die Stollen seiner Schuhe verewigt. Es sah
so aus, als sei mit den Fußballschuhen gegen die Wand geschlagen worden. Im Waschraum
selbst stand der Schmutz in einer Brausewanne 2 cm hoch, herumliegende
Schnürsenkel deuteten darauf hin, als wären im Waschraum auch die Schuhe gewaschen
worden.
Bürgermeister Heinrich
Schäfer bezeichnete das Verhalten der Mitglieder der 1. Mannschaft aus der
Stadt Büdingen, die die Umkleide- und Waschräume benutzt hatten, schlicht als
"Schweinerei". Der Gemeinde sei durch die Verunreinigung der Wände
Schaden entstanden. Unter Umständen stelle sich auch noch eine Verstopfung der
Abflüsse heraus. Während die Spieler aus Eichelsdorf bei Begegnungen in
Büdingen stets vor dem Betreten des Sportheimes erst die Schuhe ausziehen müssten,
damit keine Verunreinigungen geschähen, hätten die Gäste aus Büdingen sich
recht unwürdig verhalten. Die Gemeinde werde sich überlegen müssen, ob sie der
Mannschaft aus der Kreisstadt nicht noch eine Rechnung ausstellt.
27.06.1970
50 jähriges Jubiläum des TV 1920
mit Kinderturnfest.
Festprogramm
Samstag, 27. Juni 1970
20.00 Uhr Festkommers u. a.
mit dem Fanfaren- und Spielmannszug TV 1920 Eichelsdorf und der Turnerriege der
Eintracht Glauberg
Sonntag, 28. Juni 1970
6.00 Uhr Großes Wecken durch
den Fanfaren- und Spielmannszug TV 1920 Eichelsdorf
7.30 Uhr Festgottesdienst auf
dem Festplatz
8.00 Uhr Beginn der
Turnwettkämpfe
Wettkampf II
Gemischter Sechskampf Jungen
A
Bodenturnen, Barrenturnen,
Pferdsprung, Ringe, 75 m -Lauf, Weitsprung, Kugelstoß, Schleuderballwurf
Wettkampf III Gern.
Sechskampf Jungen B
Bodenturnen, Barren, Ringe,
Pferdsprung, 75 m-Lauf,
Weitsprung, Kugelstoß,
Schleuderball
Wettkampf IV Gem. Sechskampf
Mädchen A
Kasten, Boden, Schwebebalken,
Stufenbarren, 75 m-Lauf,
Weitsprung, Kugelstoß,
Schleuderball
Wettkampf V Gem. Sechskampf
Mädchen B
Kasten, Boden, Schwebebalken,
Stufenbarren, 75 m-Lauf,
Weitsprung, Kugelstoß,
Schleuderball
Wettkampf VI
Mannschaftsmehrkampf Knaben Jahrgang 1958 und jünger
Reck, Kasten quer, 50 m-Lauf,
Weitsprung
Mannschaftsmehrkampf Mädchen
Jg. 1958 u. jünger Kasten, Stufenbarren, 50 m-Lauf, Weitsprung
12.00 - 13.00 Uhr Mittagessen
13.30 Uhr Festzug unter
Teilnahme aller anwesenden Vereine. Marschwertung während des Festzuges. Für
das schönste Festzugbild steht der Wanderwimpel der Stadt Büdingen auf ein
Jahr zur Verfügung, Gewertet wird Festzugbild, Ordnung, Disziplin, sowie
Gesamteindruck.
14.30 Uhr Weiterführung der
Wettkämpfe Bunte Wiese
1. Staffelendläufe
2. Vereinswimpelwettstreit
3. Schauturnen der Gauriege
4. gemeinsamer Tanz
5. Siegerehrung
ab 16.00 Uhr Tanz im Festzelt
20.00 Uhr Tanz
Montag, 29. Juni 1970
10.00 Uhr Frühschoppen im
Festzelt
14.00 Uhr Volksbelustigung
14.30 Uhr Großer
Ballonwettbewerb für alle Kinder anschl. Bunte Wiese
16.00 Uhr Tanz im Festzelt
20.00 Uhr Großer Tanz