Band 4. Nidda Eichelsdorf.
1945-1965
12.1945
Aus den
"Heimatglocken" - Nr. 12
Nur 3 Kerzen.
Erinnern Sie sich noch an das
Weihnachtsfest vor 20 Jahren? Es war eine dunkle Zeit. Wir hatten alle den
Riemen enger geschnallt. Pro Tag gab es auf Lebensmittelkarten 10 g. Fett, 35
g. Fleisch, 6 Scheiben Brot und 430 g. Kartoffeln. In der 96. Zuteilungsperiode
konnte auf Sonderabschnitt 6 das vorbestellte Sauerkraut - pro Kopf 250 g -
bezogen werden. Im Amtsblatt, stand: "Bei der entrahmten Frischmilch besteht
kein Anspruch auf eine jeweils gleich bleibende Verteilungsmenge." Und
dann kam zu Weihnachten der Sonderaufruf der die Festtage ein wenig erhellen
sollte: Pro Kind bis zum vollendeten 6. Lebensjahr wurden drei Weihnachtskerzen
abgegeben. Auch Flüchtlingslager, Kinderheime sowie Evangelisches Hilfswerk und
Caritas konnten auf Antrag beim Wirtschaftsamt, Abteilung Seife,
Sonderzuteilungen für Kerzen bekommen. Außerdem wurden für Kinder von eins bis
sechs Jahren drei Täfelchen Schokolade als Weihnachtszuteilungen aufgerufen.
Wir haben schon fast vergessen, wie wir damals in äußerer Armut die Geburt Jesu
Christi feierten. Und heute? Der Lichterglanz der Leuchtreklame überdeckt
beinahe den eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes. Unsere Tische sind
übervoll, kein Wunsch, der mit Geld zu erfüllen ist, bleibt offen. Ist das
wirklich das Fest der Liebe!? Einige tausend Kilometer weiter hungern sie noch
heute. Ungezählte Menschen in Asien und Afrika wären froh, wenn sie sich einmal
Sattessen, einmal ordentlich kleiden könnten, wenn sie eine
Verdienstmöglichkeit für sich und ihre Familie hätten. Es gibt immer noch viel
Dunkelheit in jenen Kontinenten, trotz der hellen Sonne, die dort unbarmherzig herniederbrennt. Können wir beruhigt in unserer
Geborgenheit Weihnachten feiern, ohne auch jenen Ärmsten ein Licht der Liebe
und Hoffnung zu entzünden?
hw.
12.11.1951
Abschrift! Wilhelm Würz, Lehrer.
Eichelsdorf ü. Nidda,
Oberhessen.
Seit Jahrzehnten beschäftige
ich mich mit Heimatforschung und habe festgestellt, dass in Eichelsdorf früher
Wein und Hopfen angebaut wurden. Unser Dorf liegt im Durchschnitt 160 m hoch
(Meereshöhe von Gießen), hat aber nach meinen Beobachtungen milderes Klima als
diese Stadt. Ich würde es begrüßen, wenn der Hopfenanbau wieder in Gang käme.
(Wilhelm Würz war bemüht, den
Hopfenanbau in Eichelsdorf wieder einzufahren, angeregt durch Gespräche mit
hier ansässig gewordenen "Flüchtlingen" aus dem Sudetenland (Jurasek), die früher in ihrer alten Heimat schon Hopfen
angebaut hatten. Der Anbau von Hopfen in Eichelsdorf wurde aber durch die
zuständigen Stellen nicht gestattet. (Monopol einzelner Landesgebiete).
Hans Bauer.
1954
Abschrift aus: "Heimat -
Jahrbuch 1954 des Landkreises Büdingen"
Ehrentafel des Kreises
Büdingen.
Bundespräsident Heuß hat
folgenden Arbeitsjubilaren das Bundesverdienstkreuz verliehen:
Karl Loos, Unter- Schmitten,
geb. 17. Januar 1886 - seit 1900 bei der Fa. Staffel, Ober- Schmitten als
Werkmeister. Steht noch in Arbeit.
Ernst Jäger, Gelnhaar, geb. 12.
Februar 1886 - seit 1902 Förster- Stellvertreter bei der Fürstl.
Forstverwaltung Birstein. Noch in Arbeit.
Johann Saxer,
Stockheim - geb. 9. Juni 1873. War 60 Jahr (bis Febr. 1952) bei den Deutschen
Milchwerken, Zwingenberg, Filiale Stockheim tätig.
Ludwig Krämer, Eichelsdorf,
geb. 2. April 1886. War seit 1900 Sägemeister bei Fa. Himmelsbach, Nidda. Seit
Anfang 1953 nicht mehr in Arbeit.
Friedrich Gröb
II Eichelsdorf, geb. 14. Juni 1887 o1 Seit 1901 Platzmeister bei der Fa. Himmelsbach,
Nidda. Noch in Arbeit.
Johann Jäger I. , Mittel- Gründau,
geb. 21. Mai 1876. Seit 1890 auf dem Hofgut Mittel- Gründau als landw. Arbeiter
tätig.
Otto Ritzel, Hirzenhain. Geb.
1. Oktober 1887. Seit 1902 als Former bei den Buderus'schen Eisenwerken
Hirzenhain. 1952 ausgeschieden.
Rudolf Hofmann, Nidda - geb. 12.
März 1887. Seit 1901 bei der Fa. C. Ringshausen, Nidda als Schreiner tätig.
Johann Leister,
Oberau - geb. 23. November 1884. War 50 Jahre als Maurer bei der Fa. Kayßer & Sohn, Hanau a. M. beschäftigt. Seit dem Jahre
1951 nicht mehr tätig.
(Die ersten 5
Bundesverdienstkreuze wurden in der Kreistagssitzung am 15.7.1953, die übrigen
4 am 21. Oktober überreicht).
1955
Eichelsdorf.
Vor Weihnachten stürzte das
neunjährige Töchterchen des Landwirts Karl F. beim Ballspiel in die Hochwasser
führende Eichel und trieb bei dem starken Wellengang rasch ab. Als der
Fabrikarbeiter Albert F. das Kind bemerkte, sprang er ohne Besinnen in das
kalte Wasser und rettete das Mädchen.
10.1956
Eichelsdorf.
Werte Mitbürgerinnen und
Mitbürger!
Vorwort.
Der für uns verlorene Krieg
schuf mit seinen Folgen hier wie überall Verhältnisse, die schwer ja fast
erdrückend wirkten, aber von uns ob gewollt oder ungewollt aufgenommen werden mussten.
Wir wissen auch heute zu genau, dass solche Zeiten leicht vergessen werden,
daher ist es mein Bestreben, in dem tun folgenden Leistungsbericht die Struktur
und die Entwicklung unseres Dorfes und Gemeinde insbesondere der Nachkriegszeit
aufzuzeichnen, um damit die ungeheuer schweren Aufgaben, vor die die Gemeindeverwaltung
gestellt wurde, vor Augen zu führen. Die Gemeindeverwaltung glaubt mit gutem
Gewissen auf die Aufwärtsentwicklung in der Gemeinde zurückblicken zu können.
Noch ist viel zu tun und große Aufgaben harren noch ihrer Ausführung. Und so
wird weiterhin das Bestreben der Gemeindeverwaltung sein, ihre gesamte Kraft
zur Aufwärtsentwicklung und Verbesserung unseres Dorfes und Gemeinde
einzusetzen, denn es darf ja doch wohl gesagt werden, dass alle Bestrebungen
der Gemeindeverwaltung dem Interesse und dem Gesamtwohl der Gemeinde dienen.
Aus diesem Anlass heraus darf ich die Bitte an alle Bewohner richten, der
Gemeindeverwaltung weiterhin das Vertrauen zu schenken, um eine segensreiche
Arbeit zum Wohle der Gemeinde zu erreichen.
Entwicklung und Gestaltung der
Gemeinde.
Bis zu Anfang des Krieges
1939- 1945 zählte unsere Gemeinde 950 Einwohner. Ihre Struktur war eine
gemischte Bevölkerung von Landwirten, Gewerbetreibenden und Arbeitern. Nach
Kriegsende und nach dem Zusammenbruch unseres deutschen Volkes nahm die gesamte
Struktur einen anderen Verlauf. Kaum war Waffenstillstand eingetreten, als
schon die ersten Flüchtlinge auch in unsere Gemeinde kamen. Auf Grund dieser
Anordnungen, nahm die Bevölkerungszahl unserer Gemeinde ständig zu und beinahe
hätten wir die Grenze von 1 400 überschritten. Heute sind schon wieder viele
abgezogen, weil ihnen hier die Verdienstmöglichkeiten nicht zur Verfügung
standen, womit unsere Einwohnerzahl wieder auf 1235 zurückging. Was uns diese
Zeit nach Kriegsende für Maßnahmen brachte, darf nun einmal kurz gestreift
werden, denn die Zwangsmaßnahmen sind uns noch allen bekannt: Wie die
Verteilung der Bezugsscheine für Lebensmittel und Bedarfsgüter und auch die
schwere Zwangsbewirtschaftung, die vom Speicher bis zum Keller und auch durch
die Viehställe ging. Aber eines der schwersten Gesetze war die Bewirtschaftung
des Wohnraumes, was heute noch besteht, denn all unsere Mitbürger, die nun
durch die Kriegsfolgen ihre Heimat, Haus und Hof, Vermögen und Wohnung verloren
haben, musste gewollt oder ungewollt zumindest eine Wohnung beschafft werden,
was für uns keine leichte Arbeit war und noch ist und vielerseits
Entbehrungen brachte und von manchem nicht recht verstanden wurde.
Aber nicht allein, dass unser
Dorf dichter besiedelt wurde, es muss auch anerkannt werden, dass durch diese
Umstellung der eigentliche Wohlstand des Dorfes wuchs, denn die bei uns
zugewanderten Menschen sind Verbraucher des Allgemeingutes und so entstand ein
Aufschwung des Geschäftslebens. Wenn nun all diese schweren Zeiten überwunden
und durchgehalten wurden und von Seiten der Gemeindeverwaltung alles getan
wurde zum Wohle der Gesamtbevölkerung, so möchte ich mir doch gestatten, von
der nun abgelaufenen Wahlperiode einen Rechenschaftsbericht unserer Bevölkerung
zur Kenntnis zu bringen: Obwohl in der vorangegangenen Wahlperiode unser
Ortsstraßenproblem schon öfter besprochen wurde, wurde in der derzeitigen
Gemeindevertretung mit verstärkten Mitteln diesem Problem näher getreten und es
kann heute befriedigend festgestellt werden, dass in unserem Dorf ca. 800 Meter
Ortsstraße mit einer Schwarzdecke überzogen wurden - außerdem wurde ein Stück Straße
in der Brandesgasse neu erschlossen, wo ca. 150 Meter neue Straße errichtet und
zu gleicher Zeit auch die Kanalisation in diesem Stück mit derselben Länge
eingebaut wurde. Dies wurde erforderlich, da dieses Gebiet als Bauland in
Angriff genommen wurde und keine Aufschiebung mehr duldete. Außerdem musste
wegen der Bautätigkeit am Storchweg der Ausbau und Straßenverbesserung vorgenommen
werden. Durch die verstärkt eingesetzte Bautätigkeit in der Gemeinde mussten in
den vergangenen Jahren unsere Wasserleitungsanschlüsse erweitert werden und
viele alte Hausanschlüsse mussten herausgenommen werden, da sie noch in
leichten Rohren gelegt waren und an manchen Stellen durchrosteten.
Zusammenfassend sind rund 350 Meter Hausanschlüsse neu gelegt worden.
Wie bereits schon vorher
erwähnt, wurde durch Ausbau und Erweiterung unserer Kanalisation auch der
Zustand geschaffen, dass ein Großteil unserer Häuser an die
Entwässerungsanlagen angeschlossen sind. Außerdem ist
durch das Entgegenkommen unserer Kreisverwaltung und des Straßenbauamtes unsere
Ortsdurchfahrt ausgebaut und mit Schwarzdecke versehen worden, wo unserem Dorfe
nun doch eine recht schöne Ansicht gegeben wird. Selbstverständlich sei auch
hier hervorgehoben, dass die Gemeinde selbst zu diesem Ausbau einen recht
erheblichen Teil der Kosten bereit stellen musste. Eine noch zu ergänzende Arbeit
ist die Straßenbeleuchtung, die zwar erst in diesem Rechnungsjahr mit
verkraftet werden konnte, obwohl schon lange die schlecht beleuchteten Stellen
von uns erkannt wurden und auch die Bautätigkeit diese Ergänzung erforderlich
machte. Selbstverständlich muss auch hier mit erwähnt werden, dass eine der
schwierigsten und doch segensreichen Arbeit, der Schulneu- und Erweiterungsbau
im Jahre 1955 zum Abschluss gebracht werden konnte. Obwohl es der
Gemeindevertretung nicht leicht fiel, so kann heute mit Genugtuung auf diese
Leistung zurückgeblickt werden. Im Hinblick auf diese Arbeit muss dankend
Anerkennung gezollt werden unserer Hess. Landesregierung sowie unserer
Kreisverwaltung und unserem Herrn Landrat Moosdorf. Auch in der Verwaltung der
Gemeinde wurde nicht gerastet. Es wurden Räume für die Geräte der Feuerwehr und
Schlauchtrockenturm sowie ein Raum für die Pflanzenschutzgeräte geschaffen.
Auch Diensträume für die Bürgermeisterei und Standesamt sind eingerichtet
worden, was einen Fortschritt für unsere Gemeinde bedeutet. Auch darf die
Feldbereinigung nicht außer acht gelassen werden, wo die Gemeindevertretung
sich manchmal vor große Entscheidungen gestellt sah. Obwohl bei jeder Maßnahme
für manche Einwohner Härten entstehen, so darf doch gesagt werden, dass mit der
eigentlichen Zusammenlegung sowie der Anlegung des Wasser- und Wegenetzes. bedeutende
Verbesserungen geschaffen wurden, die sich für die Zukunft gesehen erträglich
auswirken. Gleichzeitig wurde mit dieser Maßnahme der Bauleitplan und Fluchtlinienplan
aufgestellt. In dieser Maßnahme sind fast 50 Bauplätze festgelegt worden. Nach
dem derzeitigen Stand sind von Seiten der Gemeinde 20 Bauplätze den
Bauinteressenten zur Verfügung gestellt worden und ca. 10 Bauplätze sind von
privater Hand erworben worden.
Durch all diese Schritte und
Überlegung ist doch die Wohnungsnot schon bedeutend verringert worden und wird
auch eines Tages völlig beseitigt sein. Wenn wir uns heute die Entwicklung
unseres Dorfes betrachten und einen Rückblick halten, so darf doch einmal
herausgestellt werden, dass von 1945 bis heute ca. 40 Wohneinheiten neu
errichtet und ca. 15 durch Um- und Erweiterungsbau errichtet wurden, sowie 8
gewerbliche Bauvorhaben durchgeführt wurden. Ein nun noch zu verwirklichendes
Problem ist die Generalentwässerung unseres Dorfes und Kläranlage, sowie die
Kanalisierung dem gesamten Ortsnetz zugänglich zu machen, und auch den Ausbau
der Ortsstraßen fortzusetzen und neu anzulegen. Wenn es nun gelungen ist in der
nun abgelaufenen Wahlperiode zum Wohle unseres Dorfes zu arbeiten, so darf die
Gemeindevertretung heute Dank aussprechen für das vor 4 Jahren
entgegengebrachte Vertrauen und Dank für die Steuerzahler, denn ohne die
aufzubringenden Steuergroschen kann eine Gemeindevertretung nicht schaffen. Bei
meiner nun über 10 jährigen Tätigkeit als Bürgermeister möchte ich einmal kurz
meine und unsere Betätigungen an euch vorüberziehen lassen.
Vom Jahre 1945 bis heute mussten
96 Gemeindevertretersitzungen mit 534 Tagesordnungspunkten durchgeführt werden,
ohne zu berücksichtigen die Sitzungen und Tagungen, die nicht als öffentliche
Sitzungen geführt wurden. Außerdem konnte ich als Standesbeamter in derselben
Zeit 226 Geburten, 160 Eheschließungen und 136 Sterbefälle beurkunden. In der
Zusammensetzung des Ortsgerichts, wo ich den Vorsitz
habe, trat ich in dieser Zeit 525 mal in Tätigkeit, wo
ca. 300 Beglaubigungen, 140 Sterbfallanzeigen und im gesamten Ortsgericht 15 Schätzungen, 5 Nachlasssicherungen und 65
Beurteilungen erforderlich waren. Auch als Schiedsmann musste ich in dieser
Zeit 50 amtliche Sühnetermine und zahlreiche nichtamtliche Sühnetermine
durchführen, um den Frieden in der Gemeinde aufrecht zu erhalten. Wenn ich
Ihnen, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, einen kurzen Bericht über
unsere nun zu Ende gehende Wahlperiode geben konnte, mag es wohl sein, dass
nicht all unsere Arbeit und Streben erfasst wurde, aber wie schon Gang und Gebe
ist, schaut doch jeder gern am Ende eines Zeitraumes zurück, um seine Arbeit
und Leistungen zu überblicken, und alles soll nun hiermit mein sehnlichster
Wunsch sein, meine lieben Mitbürger auch einmal auf unsere Arbeit und Walten
einen Rückblick zu halten, auch wenn einmal eine ehrliche Kritik walten muss,
die wir auch dann genau so entgegennehmen müssen und wollen. Aber wie ich nun
Euch, meine lieben Mitbürgerinnen und Mitbürger, einen Rückblick auf unsere
geleistete Arbeit geben wie, so ist es auch meine Pflicht, dem Parlament der
"höheren Ebene", unserer Kreisverwaltung unserem Herrn Landrat
Moosdorf und seinem Kreisausschuss und dem Kreistag zu danken. Unsere gesamte
Arbeit und Leistung stützt sich, getragen von den Männern unserer
Kreisverwaltung, und nie wird in der Gemeinde eine Aufgabe gelöst oder
verkraftet, bevor nicht die Zustimmung der Kreisverwaltung oder unseres Herrn
Landrats vorliegt. Wenn auch unsere Kreisverwaltung im selben Schritt mit uns
gemeinsam schreitet und den Straßenbau, den Schulbau mitunterstützt, die Jugendpflege
im weitesten Sinne unterstützt - es sei hier nur erinnert an die Errichtung der
Jugendherberge und des Landschulheimes auf dem Hoherodskopf - Fürsorgewesen und
Einrichtungen stehen mit im Vordergrund unserer Kreisverwaltung und können nur
von gemeindlicher Seite als Stütze und fördernde Einrichtung anerkannt werden -
selbst das Ausgleichsamt bei der Kreisverwaltung, das die Betreuung der Heimatvertriebenen
und Geschädigtengruppen übernommen hat, versucht den Belangen des einzelnen
gerecht zu werden.
Zusammenfassend sei hier
gesagt, dass unsere Kreisverwaltung die Stütze und förderungswürdige
Körperschaft ist, die unseren Gemeinden beisteht und die Betreuung von groß und
klein, reich und arm übernimmt und den Wohlstand der Gemeinden aufs beste
fördert zum Wohle unserer Gesamtbevölkerung und damit auch unseres Kreises.
Wenn wir nun, Gemeindevertretung und Kreisvertretung, nach unserem Ermessen
unsere nicht leichte Arbeit abschließen, uns aber erneut berufen fühlen, sich
wieder zur Neuwahl zu stellen, sei es als Gemeindevertretung oder sei es in der
Kreisvertretung, so möge heute unser Wunsch sein, das Vertrauen, das uns in der
Vergangenheit entgegengebracht wurde, durch erneute Stimmabgabe weiterhin zu
bestätigen. Unser Gelöbnis darf heute schon sein: Weiterhin für Gemeinde und
Kreis zu arbeiten, wie es zum Wohle unserer gesamten Bevölkerung und Segen
gereicht.
Meuer, Bürgermeister.
05.10.1956
Betr.: Flurbereinigung Eichelsdorf.
Bekanntmachung.
Der Nachtrag IV zum
Flurbereinigungsplan sowie der Nachtrag II zum Goldausgleich und zur Ausgleichsberechnung
über Hand- und Spanndienste liegen in der Zeit von Montag, den 15. Oktober bis
einschl. Freitag, den 26. Oktober 1956 in der Kulturamtsaußenstelle Schotten,
Niddastraße 2 während den Dienststunden zur Beteiligung aus.
Auskunft wird daselbst
während der Öffenlegungszeit - außer Samstag -
erteilt.
Einwendungen gegen die Nachträge
sind zur Vermeidung des Ausschlusses nur im Anhörungstermin am Montage den 29.10.1956
von 9 - 10 Uhr bei der Kulturaußenstelle Schotten, Niddastraße 2 schriftlich
einzureichen.
Werden keine Einwendungen
erhoben, ist ein Erscheinen zum Anhörungstermin nicht erforderlich
Reg. Vorm. Rat
1959
Abschrift aus der Festschrift
zur Sportplatzeinweihung des S. V. Eichelsdorf 1946 e.V. 30., 31. Mai und 01. Juni
1959.
Schirmherr: Landrat des
Kreises Büdingen Kurt Moosdorf.
Festausschuss: Herbert
Brandt, Karl Link, Adolf Blum, Adolf Wagner, Hugo Kirchhof, Adolf Rühl, Adolf Konrad, Richard Lein, Karl Wagner, Albert
Wagner, Heinrich Bach, Helmut Alt, Karlheinz Spamer, Heinz
Schädel, Otto Bingel, Helmut Meub,
Ernst Ruppert, Willy Schreiber, Reinhold Stoll, Wendelin Schmidt, Reinhold Biedenkapp, Willy Möser, Leo Latzka,
Walter Broschei, Hans Mulfinger,
Gotthard Zimolong, Wenzel Fuchs.
Zum Geleit!
Die volkstümliche Breite des
Fußballsportes, bis in die Kleinstädte und Dörfer hinein, ist heute eine
Erscheinung, die wir als ganz selbstverständlich betrachten. Nicht zu allen
Zeiten war das Fußballspiel Volkssport Nr.1, nicht immer zogen wie heute Sonntag
für Sonntag die Fußballanhänger in Stadt und Land hinaus zu den Sportplätzen.
Der nach dem 2.Weltkrieg gegründete Sportverein Eichelsdorf 1946 e.V. hat mit
seinen aktiven sowie seinen passiven Mitgliedern einen Gutteil des Weges mitbeschritten, den der deutsche Fußballsport in den
letzten Jahrzehnten gegangen ist. Hart und schwierig war der Weg von den Tagen
des Fußballsports einiger Enthusiasten bis zu denen des "König
Fußball". Es gab das Auf- und Nieder - Erfolge und Misserfolge. Allen
Widerständen zum Trotz hat der Verein 12 Jahre hindurch seine Aufgabe gesehen:
Dem sportlichen Betätigungsdrang ein gutes Ventil zu öffnen, um damit auch einen
Beitrag für die körperliche Ertüchtigung, vor allem der jungen Menschen, zu
leisten. Möge der Sportverein Eichelsdorf 1946 e.V. auch in Zukunft in
sportlichem Geiste seihe Kräfte einsetzen zum echtem Wettkampf und darüber
hinaus zu einer gesunden Gemeinschaft führen, die eine wesentliche Grundlage unseres
freiheitlich- demokratischen Staatswesens ist. Ich wünsche dem Verein - dem
Vorstand und allen seinen Mitgliedern - anlässlich seiner Sportplatzweihe
weiterhin erfolgreiche Arbeit.
Moosdorf Landrat.
Herzliche Glückwünsche.
entbiete ich persönlich und
im Namen unseres Bundesvorstandes unseren 1946 Sportverein Eichelsdorf e.V. zur
Vollendung seines Sportplatzes. Wir hoffen und wünschen mit Ihnen, dass diese
Anlage stets die Grundlage für wertvolle menschliche Begegnungen in Frieden und
Freiheit sein und bleiben möge! Mit diesen Glückwünschen verbinden wir einen
besonderen Dank für die bisher geleistete Arbeit. Wir wissen, dass diese Arbeit
oft nicht leicht und auch nicht immer ohne weiteres erfolgreich war dass vor
allem auch manche Schwierigkeiten überwunden werden mussten. Wir wissen aber
auch, dass sie stets in kameradschaftlicher Verbundenheit und in einem guten
Geiste vollbracht worden ist. Und deshalb wünschen wir vor allem: möge dieser
hervorragende gute Geist auch in den kommenden Jahren die tragende Grundlage
für ihre weitere Arbeit sein zum Wohle aller, die sie betreuen, vor allem zum
Wohle der Jugend nicht zuletzt zur Ehre des Sportes. In diesem Sinne ein gutes
Gelingen für Ihr Fest!
Mit sportkameradschaftlichen
Grüßen
Ihr Heinrich Sorg, 2. Bundesvorsitzender
des Landessportbundes Hessen e.V.
Ein herzliches Willkommen.
allen Sportaktiven und- Freunden
in unserem Eichelsdorf. Wenn unser idyllischer Heimatort, mehr und mehr aus
seinem Dornröschenschlaf erwachend, einen Namen in der breiten Öffentlichkeit
gewinnt, so begründet nicht nur die beginnende Entwicklung Eichelsdorf zum
Industriesitz, sondern vielleicht gerade in diesem Jahre 1959 das Wirken
unseres Sportvereins den sich mehrenden Ruf unseres Dorfes. Mit freudiger
Anteilnahme begleite ich die Erfolge unseres Sportvereins, für dessen weiteres
Wirken heute nun sein neuer zentral gelegener Sportplatz geweiht wird, nachdem
in aufopfernder Selbsthilfe unter Einsatz der Ortsbürger
und unter Hilfe aller beteiligten Dienststellen dieses Werk vollendet werden
konnte. Dass in dem sportlichen Wirken dieses Vereins für Eichelsdorf auch
Werte für alle unsere Bürger ausgelöst werden, die sich aus sportlichem
Wettkampf heraus zu kräftiger Lebensbejahung und Lebensertüchtigung führen, erfüllt
mich als Bürgermeister mit freudiger Genugtuung, die ich mit dem Dank an alle,
die an dem Werke mitschafften, verbinden möchte. Möge das Weihefest des neu
geschaffenen Sportfeldes in rechter festlicher Stimmung verlaufen, ruhen auf
der Schönheit unserer Landschaft, unseres Ortes, getragen vom immer währenden
Leistungswillen unserer Sportler, unserer Bürger und unserer Festgäste!
Meuer, Bürgermeister
Liebe Sportkameraden, liebe
Freunde, Gönner und Mitarbeiter unseres Vereins
Der heutige Tag, an welchem
unser neuer Sportplatz eingeweiht wird, soll in der noch jungen Geschichte des
Sportvereins Eichelsdorf ein Ehrentag sein. Es war ein harter und dornenreicher
Weg welcher gegangen werden musste, und manchesmal drängte sich die Frage auf:
"Werden wir das gesteckte Ziel auch erreichen". Mit Stolz können wir
heute auf die Vollendung unserer Arbeit zurückblicken und sagen: "Wir
haben es geschafft, die neue Sportanlage kann eingeweiht werden". Es ist
mir eine Ehrenpflicht, all denen von Herzen zu danken, welche in selbstloser
Weise dem Verein ihre Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben. Darüber hinaus
muss ich an dieser Stelle nicht nur meinen, sondern unser aller Dank
aussprechen für die Gelder und Spenden, die an uns gelangt sind und somit zum
Gelingen des Endzieles beigetragen haben. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass
der sportliche Gedanke nicht nur auf dem Sportfeld selbst herrscht. König
Fußball verbindet eben alle - jung und alt, Frauen und Männer. Möge dieser
Gedanke unserer Jugend Verpflichtung sein, die Ideale unseres geliebten
Fußballsportes hochzuhalten. Wir alle aber, die wir hier versammelt sind um die
Einweihung des neuen Sportplatzes zu begehen, wollen den heutigen Tag in echter
sportlicher Kameradschaft feiern und dem Wunsche Ausdruck geben, dass die
Leistungen unserer aktiven Spieler nie schlechter werden und in die Geschichte
des Sportvereins Eichelsdorf eingehen.
H. Brandt 1.Vorsitzender.
Die Gründer des S.V. Eichelsdorf.
Heiner Alt wurde am 1. Januar
1946 in der Gründungsversammlung zum 1.Vorsitzenden des Vereins gewählt. Die
Hauptbegründer des Vereins waren: Heiner A1t, Otto Binge1, Hans Diehl, Richard Emmel, Adolf Albert Gröb, Erich Hainbach,
Walter Hühn, Robert Hühn,
Albert Kellenberger, Fritz Kieve1itz, Leo Latzka, Erwin Löffler, Robert Löffler, Helmut Schreiber,
Heinrich Uhl
Vereinsvorsitzende waren bis
heute:
von 1946 - 1948 Heiner Alt
von 1948 - 1949 Hugo Böck, Kuno
Kühn
von 1949 - 1951 Artur
Hartmann
von 1951 - 1952 Artur Bayer
von 1952 - 1954 Hugo Kirchhof
von 1954 - 1956 Karl Link
von 1956 bis heute Herbert
Brandt.
Vorstand des Sportvereins
Eichelsdorf 1946 e.V.
1. Vorsitzender: Herbert
Brandt
2. Vorsitzender: Karl Link
Protokollführer: Adolf Wagner
Rechner: Adolf Blum
Beisitzer: Adolf Rühl, Adolf Konrad, Hugo Kirchhof
Spielausschuss: Richard Lein,
Helmut Alt, Karlheinz Spamer,
Jugendleiter: Leo Latzka
Spielführer: Robert Löffler
(1. Mannschaft) Manfred Bechtold (2. Mannschaft)
Zeugwart: Heinrich Bach
Kassierer: Willi Schreiber
Ehrenmitglied des
Sportvereins Eichelsdorf 1946 e.V. Heinrich Leuk
Festdamen:
Marianne Alt, Rosel Bechtold, Erika Böcher, Inge Dambmann,
Waltraud Emmrich, Ulrike Fuchs, Ingrid Hauenschild, Liesel
Körber, Margrid Löffler, Gerda Möser, Agnes Rau, Renate
Roth, Inge Rühl, Ursula Süßenberger,
Brigitte Schäfer, Anni Schmittberger, Anneliese
Ulrich, Rosel Zimmermann.
Unser Fußballdorf von Heiner
Alt.
Oft werden Stimmen laut, die
Jugend habe kein Interesse mehr am Sport. Dieses scheint aber für Eichelsdorf
nicht authentisch zu sein, denn vor einigen Wochen konnte man in der Zeitung
lesen: "Ein ganzes Dorf spielt Fußball" Gemeint war Eichelsdorf, welches
auf dem besten Wege ist, in diesem Jahre A- Klassenmeister zu werden. Vergessen
wir aber nicht welch ein harter Weg gegangen werden muss, und wo eigentlich die
Wiege dieses S. V. Eichelsdorf gestanden hat. Viele Schulkameraden meines
Jahrganges haben ihr schönes Heimatdörfchen am Eichel- und Niddastrand nicht
mehr wieder gesehen. Die zurückkamen, fassten zeitig den Entschluss, auch in
sportlicher Hinsicht wiederaufzubauen. So wurden im Fußball die ersten
Spielchen auf dem Eichköppel ausgetragen, wobei die Löfflers und Hainbach- Buben
schon um das Leder kämpften. Und wenn nun unser damaliger Wunsch einen
Fußballplatz auf die "Eselswiese zu bekommen, heute Wirklichkeit wird, dann
wollen wir die Wegbereiter für die "Roten Teufel" nicht vergessen. Erinnert
Ihr "Alten" Euch noch daran, wie man uns Mist auf den abgesteckten Platz
der "Blechwiese" fuhr, oder wie man mit dem Holzvergaser von Otto
Emrich, Adolf Gröb oder Theodor Löffler die ersten
Auswärtsspiele tätigte? Oder wie man uns von Seiten der Gemeindebehörde und
durch Fürsprache des damaligen Ortslandwirtes Ludwig
Hainbach den "nassesten Platz der Waid" zur Verfügung stellte?
Und dieser Platz durch
Trockenlegung, Planierung usw. selbst der späteren Spielvereinigung zugute kam!
Es hat sich aber im Laufe der Zeit gezeigt, dass Spielvereinigungen kometenhaft
aufsteigen, umgekehrt aber auch wieder untergehen. Beide Vereine bewegen sich
heute auf eigenen Füßen und behaupten sich durch gute Vereinsführung und jungen
talentierten Kräften an der Spitze innerhalb des Kreisgebietes. Wenn nun durch
die vor Jahren durchgeführte Feldbereinigung dem Sportverein Eichelsdorf Land
zur Verfügung gestellt wurde, und in unermüdlichem Einsatz heute ein Sportfeld
zur Verfügung steht, auf das die ganze Gemeinde stolz sein kann, dann sei
namenlos allen Helfern auf diesem Wege gedankt. Aber was wäre das schönste Auto
ohne Motor, oder ein Sportclub ohne einen beweglichen Käpt'n?
Hier hat Eichelsdorf in Herbert Brandt wirklich noch einen Idealisten, dem es
in beruflicher Hinsicht zusätzlich möglich ist, Arbeiten und Fahrten zu
tätigen, welche im Tempo der Zeit kaum noch zu bewältigen sind. Von solchen
Idealisten werden heute Opfer gebracht und verlangt, welche ein Außenstehender
gar nicht beurteilen kann. Ziehen wir also vor Herbert Brandt und seinen Mannen
ehrfurchtsvoll den Hut und gratulieren wir ihm zu dem gelungenen Werk.
Vielleicht erfüllt sich auch im Laufe der Zeit noch der Wunsch eines
anschließenden Schwimmbades, dann dürfte Eichelsdorf doppelt stolz sein! Wer
die Jugend von der Straße haben will, muss für sie Sportstätten bauen, auf
denen sie im edlen Wettstreit ihre Kräfte messen kann. Eichelsdorf ist hier auf
dem richtigen Wege. Meine Schlussworte mögen aber mit dem Mahnwort " Fair
plag" enden. Prof. Carl Diem sagte im Geleitwort zu diesem bekannten Buch
von Dr. Paul Laven: " Mit Anstand verlieren, mit Bescheidenheit
siegen". Dies Euch, meine jungen Sportler, mit auf den Weg zu geben, sei
meine beste Verbundenheit zum S. V. Eichelsdorf.
1. Mannschaft: Götz Berthold,
Lein Kurt, Hofmann Walter, Uhl Karlheinz, Freymann Kurt I., Konrad Erich,
Löffler Robert, Gischler Kurt, Schäfer Reinhold, Link
Werner, Klauß Reinhold, Alt Reinhard.
ferner: Emmel
Kurt, Götz Wilfried, Freymann Karl II., Müller Bernd, Latzka
Leo.
2. Mannschaft: Suppes Reinhold, Link Karlheinz, Götz Wilfried, Link
Rainer, Brinkmann Egon, Freymann Werner, Schreiber Günter, Gischler
Edgar, Bechtold Manfred, Dinkel Hansgeorg, Rau
Helmut.
ferner: Mulfinger
Werner, Knöß Helmut, Schäfer Manfred, Süßenberger Kurt, Bach Heinrich, Luderer
Heini.
Festfolge Samstag, 30. Mai
1959
14,30 Uhr Vorspiel: S. V. Rainrod
- Reserve Eichelsdorf
16,00 Uhr Auswahl
Oberschmitten/ Ulfa - Hermannstein
18,00 Uhr Platzkonzert einer
Bundeswehrkapelle
20,00 Uhr Kommers im Festzelt
1. Musikstück der
Bundeswehrkapelle
2. Begrüßungsansprache des
1.Vorsitzenden
3. Ansprache des
Bürgermeisters
4. Ansprache des Schirmherrn
5. Musikeinlage (Bundeswehr)
6. Ehrung verdienter Spieler
7. Es singt der Gesangverein
"Eintracht Eichelsdorf"
8. Reigen der Festdamen
9. Es singt der ev. Frauenchor
Eichelsdorf
10. Einlage des
Radfahrvereins "Solidarität" Oberschmitten
11. Einlage des
Spielmannszuges Eichelsdorf 12. Turnvorführung Turnverein Rainrod 13.Reigeh der
Festdamen 14. Musikstück (Bundeswehr)
15. Turnvorführung Turnverein
Rainrod
16. Eichelsdorfer Heimatlied,
eine Komposition v. R. Eckrich anschließend Tanz im
Festzelt
Sonntag, 31. Mai 1959
6,00 Uhr Weckruf, Spielmannszug
Eichelsdorf
7,00 Uhr Festgottesdienst auf
dem Sportplatz
8,00 Uhr Beginn der
Pokalspiele Es nehmen teil: Schotten, Eichelsachsen, Unterschmitten,
Hirzenhain, Steinberg, Utphe
13,00 Uhr Pokalspiel um den
3.und 4.Platz
14,00 Uhr Festzug, Aufstellung
Brandesgasse
15,00 Uhr Pokalspiel um den
1.und 2.Platz
16,00 Uhr Werbespiel VfB
Friedberg - Eichelsdorf
18,00 Uhr Siegerehrung
20,00 Uhr Großer Festball im
Festzelt. Es spielt die Bundeswehrkapelle
Montag, Juni 1959
9,00 Uhr Großer Frühschoppen
im Festzelt
10,00 Uhr Beginn der
Bundesjugendwettkämpfe
14,00 Uhr Kinderfest auf dem
Sportplatz
20,00 Uhr Tanz im Festzelt
und Ausklang
1959
500 Mark klimperten in der
Zigarrenkiste.
"Wir sind stolz auf
diesen Verein".
Mit einem schönen Fest wurde
der Sportplatz eingeweiht.
Eichelsdorf (er.) Im
schönsten Festkleid zeigte sich am Wochenende die Vogelsberggemeinde
Eichelsdorf. Das ganze Dorf feierte mit seinen Sportlern, dem SV Eichelsdorf,
die Einweihung des neuen Sportplatzes, die gleichzeitig als
Meisterschaftsfeier der erfolgreichen Fußballmannschaft galt. Zwar war der
Festsamstag gekennzeichnet von einem niedergehenden Dauerregen, weshalb auch
das Platzkonzert der Bundeswehrkapelle ausfiel, doch konnte alles daran nichts
ändern, dass dieses Fest als ein Markstein in die Dorfgeschichte eingehen
wird. Die Sonne schien auch am Festsonntag keine Leute um, dennoch nahm die
Feier einen stimmungsvollen Verlauf und erfreute sich eines großen Besuches.
Den Kommersabend eröffnete
Vorsitzender Brandt, der im Festzelt über 2000 Besucher begrüßen konnte, die
aus dem eigenen Dorf oder aus den verschiedensten Nachbarorten gekommen waren.
Dem niederprasselnden Regen zum Trotz meinte er, dass auch dieses Wetter dem
Fest nichts anhaben könne, denn zumindest sei der Regen gut für den jungen
Rasen des neuen Sportplatzes. Harte Tage der Arbeit seien erforderlich gewesen,
bis das neue Sportfeld sein jetziges Gesicht bekommen habe.
Besonderen Dank richtete der
Vorsitzende an Bürgermeister Meuer für die tatkräftige
Unterstützung durch die Gemeinde. Aber auch allen Vereinsmitgliedern sprach er
diesen Dank aus. Die Aktiven hätten dem Verein für seine große Mühe, die er in
den letzten Jahren mit dem Sportplatzbau gehabt habe, durch die Erringung der
Meisterschaft in der A- Klasse das schönste Geschenk gemacht.
Der Sportplatz solle immer
eine Erinnerungs- und Sportstätte für die Eichelsdorfer Jugend sein, sagte
Bürgermeister Mauer, der seinen besonderen Dank an Vorsitzenden Brandt
abstattete, der nicht zuletzt der Initiator dieses Werkes gewesen sei. Auch
der Kreisverwaltung und der Landesregierung dankte das Ortsoberhaupt für die finanzielle Hilfen. Der zweite Vorsitzende des Fußballkreis
Büdingen Rudi Schmidt (Büdingen) nannte es als einmalig in der bisherigen
Fußballgeschichte des Kreises dass ein Verein hintereinander die Meisterschaft
in B- und A- Klasse errungen habe. Vor drei Jahren. als die Eichelsdorfer begonnen
hätten, habe man weder an solche Erfolge noch an einen neuen Sportplatz in
Eichelsdorf geglaubt. Der Fußballkreis sei stolz auf seinen Verein.
Ein dreißig Jahre alter
Wunsch
Herzliche Worte fand der
Vorsitzende des Brudervereins, vom Turnverein Eichelsdorf. Vorsitzender Böcher
erwähnte, dass es schon dreißig Jahre der Wunsch in der Gemeinde gewesen sei,
auf der Eselswiese einen Sportplatz zu bauen. Nur habe sich niemand gefunden,
die Sache in die Hand zu nehmen, bis Herbert Brandt und seine Männer die
Initiative ergriffen hätten. Eine Reihe von Gratulanten schloss sich an. Auch
Vereinsvertreter aus der Nachbarschaft waren gekommen um ihre Verbundenheit
mit den Eichelsdorfer Sportlern zu bekunden.
Vorsitzender Brandt zeichnete
Robert Löffler, Mittelstürmer und Senior der ersten Mannschaft, der in der vergangenen
Runde allein 46 Tore erzielte, für seine langjährige aktive Tätigkeit sowie als
Gründer aus.
Im zweiten Teil des
Kommersabends wurde ein bunter Bilderbogen von Darbietungen aufgeblättert. Zehn
reizende Festdamen tanzten um einen auf der Bühne aufgebauten Springbrunnen.
Der Gesangverein Eintracht sowie der evangelische Frauenchor, die Turner aus
Rainrod und die Radsportler aus Oberschmitten zeigten vortreffliche Leistungen,
die immer wieder den Beifall der über zweitausend Zuschauer hervorriefen.
Ein Sondergeschenk.
Als Conferencier fungierte in
souveräner Manier der bekannte Karnevalist Heiner Alt. Mit einer Zigarrenkiste
als „Opferbüchse" hatte er zuvor für den weiteren Ausbau des Sportfeldes
gesammelt. Über 500 Mark hatte er zusammengetrommelt und übergab sie
Bürgermeister Meuer, der dabei versicherte dass er
immer für die Belange des Sportes da sein werde. Das Geld soll für den Bau
einer Flutlichtanlage verwandt werden. Ferner sicherte der Bürgermeister zu, dass
die Gemeinde rund um den Platz Pappeln anpflanzen werde, um das Sportfeld an
der Nidda zu einem „Waldstadion", wie sich Heiner Alt ausdrückte, zu
machen.
Ja, und dann sprachen Alt und
Bürgermeister Meuer noch davon, hinter dem
Sportplatz alsbald mit dem Bau eines Schwimmbades zu beginnen.
Der Festsonntag wurde durch
einen schmücken Festzug eingeleitet, für den auch Nachbarvereine Wagen
geschickt hatten. Der Zug zeichnete sich besonders durch seine Farbenpracht
aus.
Am Nachmittag umsäumten über
2000 Menschen den neuen Sportplatz, auf dem es interessante Fußballspiele zu
sehen gab.
25.07.1959
Auch Eichelsdorf könnte
Feriengäste haben.
Sitzung der Gemeindevertreter
- 1000 DM für Bachmauer.
Eichelsdorf (ghw). Unter Vorsitz des Ersten Beigeordneten Schäfer fand
in der Schule eine Sitzung der Gemeindevertreter statt. Zu der öffentlichen Versammlung
waren viele Zuhörer erschienen. Besonders fiel auf, dass sich die Jugend des
Ortes für die Gemeindebelange interessiert; dies bekundete ihre zahlreiche
Anwesenheit. Eingangs wurden Pachtverträge über gemeindeeigenes Gelände und
Anträge verschiedener Organisationen wegen Spenden und Beiträgen behandelt. Die
Gemeindevertreter gaben hierzu ihre Zustimmung. Ein weiterer Punkt der
umfangreichen Tagesordnung war die Festsetzung des Kirmestermins. Sie wird am
16. August abgehalten. Rege Diskussionen folgten einem Antrag des Ersten
Beigeordneten Schäfer zur Erneuerung eines Teiles der Bachmauer. Die Mauer, die
erst vor wenigen Jahren errichtet wurde, ist in einer Höhe von einem halben
Meter unterspült und droht umzustürzen. Die Kosten für die Reparatur betragen
nach einem Voranschlag rund 1200 D-Mark. 1000 DM stehen aber nur zur Verfügung.
Man einigte sich, eine Betonmauer zu errichten und die Bauarbeiten so schnell
wie möglich zu beginnen, da der geringe Wasserdurchfluss zur
Zeit die Arbeiten begünstigt. Die Vor- und Nacharbeiten sollen von
Gemeindearbeitern ausgeführt werden. Gegenwärtig wird die Schule renoviert. Für
die Aufstellung zweier Schaukästen im Flur der Pausenhalle, genehmigten die
Gemeindevertreter die erforderlichen Mittel. Ein Brief, in dem ein Ehepaar bei
der Gemeindeverwaltung wegen eines Kuraufenthaltes in Eichelsdorf anfragte, gab
Anlass zu einer Aussprache über den Fremdenverkehr. Beigeordneter Schäfer sagte
uns in diesem Zusammenhang, dass die Gemeindevertretung Fremdenverkehr im Ort
begrüße. Die Gastwirte des Ortes hätten sich bisher jedoch uninteressiert
gezeigt. Er glaube, dass der Ort als Fremdenverkehrsort geeignet sei. Abseits
vom störenden Verkehr, der nur am Rande des Dorfes vorbeilaufe, könnten hier
Erholungssuchende Ruhe und Entspannung finden. Vielleicht wäre hier - ähnlich
wie in Breungeshain - durch Gründung eines Gewerbevereins, der sich der Fremdenverkehrsangelegenheiten
annimmt, ein Anfang zu machen.
19.11.1959
Einer der letzten Züge: Nur
noch wenige Male wird an den Bahnhöfen der Strecke Nidda - Schotten das
Pfeifsignal des Schaffners ertönen. - „Wir hatten diese durchgehende Verbindung
von Schotten nach Frankfurt sehr gerne, sagten uns mitreisende Arbeiter, die
die Linie benutzen. - „Die 78 455 findet den Weg fast schon allein nach
Schotten", meinte der Lokführer des Zuges, der die Strecke des ruhigen
Verkehrs wegen gern befuhr.
Das Bimmelbähnche:
Die Tage sind gezählt.
Die Nebenbahn Schotten -
Nidda wird nach 72 Jahren eingestellt.
Schotten (ghw).
Wer hätte am 27. Mai 1888, dem Tage, an welchem die Nebenbahn Schotten - Nidda
zum ersten Male befahren wurde, daran gedacht, dass nach rund 72 Jahren der Betrieb
wieder eingestellt würde.
In der damaligen Zeitung, dem
„Anzeigenblatt für den Kreis Schotten" blätterten wir dieser Tage und
lasen von den optimistischen Prognosen, die mit der Inbetriebnahme der
Nebenbahnstrecke verbunden wurden. „So wäre denn der 26. Mai in rechter
Feststimmung verbracht", heißt es in der Einleitung des
Eröffnungsberichtes. „War er doch ein Tag, an welchem unsere Stadt auf ein
Ereignis blickte, welches schon seit einer Reihe von Jahren herbeigewünscht und
ersehnt festliche Eröffnung unserer Eisenbahn, wodurch unsere Gegend und
industrielle Stadt, welcher ohne diesen schnelleren und größeren Verkehr die
Lebensader zu einem besseren, industriellen Aufschwung unterbunden und deren
Wohlstand einem langsamen Siechtum anheim gefallen wäre, neuen Aufschwung ihrer
wirtschaftlichen Verhältnisse zu erhoffen wohl berechtigt ist." Soweit
das Anzeigenblatt.
In den Jahren nach der
Inbetriebnahme hat sich zweifellos gezeigt, dass die Bahn den bis dahin abseits
liegenden Vogelsberg mindestens zu einem Großteil erschlossen hat. Doch je mehr
das Automobil, das heißt Lastzüge und Omnibusse in die Beförderung eingriffen
(was auch erst nach der Währungsreform in verstärktem Maße eintrat), verlor
die Eisenbahn immer mehr an Bedeutung. Zunächst wurden von der Bundesbahn, die
jährlich mit vielen Millionen Defizit arbeitet, einfache Rechenexempel
angestellt, wo unnötige Mittel hinflößen. Man griff damals die Klein- und
Nebenbahnen heraus, wies ihre Unrentabilität nach und verurteilte sie zum
Abbau. Darunter war auch die Stichbahn Schotten - Nidda.
Die erste Maßnahme war die
Einstellung des Personenverkehrs. Die Stadt Schotten und die betroffenen
Gemeinden konnten dies trotz heftiger Proteste und Einsprüche nicht verhindern.
Schon damals folgte die Ankündigung, dass es nicht mehr lange dauere, bis auch
der Güterverkehr stillgelegt würde. Heute stehen wir vor der Tatsache. Nur
noch wenige Male fährt das "Bimmelbähnche"
seine Strecke. Unser Mitarbeiter, der noch einmal das Erlebnis einer Fahrt über
die buckligen Schienen, entlang den Ortsstraßen in den kleinen an der Strecke
liegenden Dörfern haben wollte, berichtete von seiner Fahrt:
Wenn das Erlebnis einer
solchen Bahnfahrt echt sein soll, muss man an einem der kleinen Bahnhöfe
zusteigen. Schon von weitem hört man das Rumpeln und Rauschen des herannahenden
Zuges. Wenn ein Pfeifsignal ertönt oder das Läutwerk in Bewegung ist, weiß man
als Einheimischer: jetzt passiert das "Bähnche"
diesen oder jenen Bahnübergang und jetzt fährt es durch diesen Ort.
Vor einigen Tagen, als ich
zum letzten Mal mit dem Zug von Kohden nach Schotten fuhr, hatte ich mir extra
den Wochenendzug ausgesucht, da ich hoffte, hier einige Reisende zu treffen,
die diese Verbindung von Frankfurt bis Schotten wöchentlich benutzten. An jenem
Abend waren die Wagen aber nur wenig besetzt. Etwa 30 Reisende. Dies sei
normal, sagte der Zugführer. Während der Fahrt unterhielt ich mich mit einigen
Reisenden, die die Verbindung im Berufsverkehr sehr gern benutzten. Es ist
außerordentlich schade, wurde von jeder Seite betont, dass der Zug wegfällt.
Als Arbeiter hatte man die Gelegenheit, von Schotten bis nach Frankfurt
ungestört zu ruhen, was bei der neuen Regelung mit mehrmaligem Umsteigen
wegfällt. Auch unser Werkzeug, das wir früher im Zug ohne Schwierigkeiten
befördern konnten, bereitet in den Bussen Umstände."
Als die Bundesbahn vor Jahren
die Personenbeförderung von der Schiene auf die Straße verlegte, übernahm sie
es auch für das Wohl und die Bequemlichkeit ihrer Reisenden zu sorgen. Leider
ist bis heute noch nicht viel davon zu spüren. Mit dem Winter fängt für die
Fahrgäste der Kälte wegen wieder die schlimme Zeit an. An den Haltstellen
müssen sie von einem Bein aufs andere treten, um nicht anzufrieren. Bis heute
stehen sie im Winter bei Schneetreiben, Regen und Kälte im Freien; nicht nur in
Schotten, sondern auch in den anderen Orten an der Strecke Schotten - Nidda.
Sollte es der Bundesbahn nicht möglich sein - zumal sie durch die Einstellung
des Zugverkehrs auf der Strecke viele tausend Mark spart, wie sie immer betont
- hier Abhilfe zu schaffen? Man sollte auch den Fahrgast im Vogelsberg vor
allem als „Kunden" behandeln. Eine gute Unterstellmöglichkeit bei
schlechtem Wetter ist hier der billigste Wunsch.
28.09.-05.10.1963
Feuerschutzwoche 1963
Woche der Feuerwehr in der
Gemeinde Eichelsdorf vom 28. September bis 5. Oktober 1963
Brandschaden ist Landschaden,
ist aller Schaden
Darum helft Brände verhüten!
An die Bevölkerung der Gemeinde
Eichelsdorf!
In der Woche der Feuerwehr
tritt die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Eichelsdorf in die Öffentlichkeit
und wendet sich an alle Einwohner Eichelsdorfs mitzuhelfen, dass durch die
Fahrlässigkeit keine Brände entstehen. Einwohner, vermeidet alles, was zu einem
Brand führen kann und Euch Schaden anrichtet, sorgt dafür, dass Eure Öfen, Ofenrohre,
Schornsteine sowie alle Heizungsanlagen gerade jetzt - wo der Winter vor der
Tür steht und wieder stärker gefeuert wird - in Ordnung sind.
Achtet auch auf Eure
elektrischen Anlagen, Leitungen, elektrischen Geräte; flickt keine Sicherungen;
schaltet beim Verlassen des Zimmers das Bügeleisen aus; nehmt kein offenes
Licht mit auf den Boden, in die Ställe oder Scheunen. An diesen Orten darf auch
nicht geraucht werden. Bewahrt die glühende Asche in feuerfesten Gefäßen,
schüttet sie nicht in Holzfässer, auf die Dungstätte oder an Plätze, wo durch
dieselbe ein Brand und Schaden entstehen kann. Achtet auf Eure Kinder, dass sie
nicht an Zündhölzer oder an das Feuer in Ofen oder Herden können; lasst kleine
Kinder nicht allein zu Hause; lehrt sie die Gefahren, die durch das Feuer
drohen, rechtzeitig erkennen. Reinigt keine Kleidungsstücke und dergl. mit
Benzin; schüttet kein Benzin in den Abguss und Kanal; raucht nicht in Räumen,
wo feuergefährliche und leicht entzündbare Stoffe gelagert werden. Raucht nicht
im Wald und nicht in Heidelandschaften, macht ebenfalls dort kein Feuer. Seid
mit Feuer und offenem Licht stets vorsichtig. . . . denn wohltätig ist des
Feuers Macht, wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht.
Doch in Not und Gefahr ist
die Feuerwehr zur Stelle, Euer aller Freund und Helfer. Getreu ihrem Wahlspruch
"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr", "Einer für alle und alle
für einen". Kommt alle zu den Veranstaltungen der Feuerwehr, die aus den
Plakaten ersichtlich sind. Zeigt dadurch Eure Verbundenheit mit Euren Feuerwehr. Im Falle der Not und Gefahr, bei Ausbruch
eines Brandes ist anzurufen: Telefon Nidda (06043) ----
Der Bürgermeister Schäfer, Der
Ortsbrandmeister Wagner.
06.1965
Der Bürgermeister Eichelsdorf.
An alle Haushaltungen.
Betr.: Müllabfuhr.
In Anbetracht der zunehmenden
Verunreinigung der Bäche und der Gemarkung hat sich die Gemeindevertretung
entschlossen, eine öffentliche Müllabfuhr einzuführen. Schon seit langem
erfüllt uns die Müllbeseitigung, trotz Bekanntmachungen und Hinweise, denen
wenig Beachtung geschenkt wurde, mit Sorge. Die derzeitige Beseitigung von
unbrauchbaren Speise- und Medikamentenresten um nur ein Beispiel zu nennen ist
nicht mehr zu verantworten. Auch die Tatsache der ständig zunehmenden Strukturveränderung unseres Dorfes um deren Ausgleich wir
uns um Fremdenverkehr bemühen, zwingt auf größte Sauberkeit zu achten. Wir
hoffen, dass alle Bürger in ihrem eigenen Interesse mithelfen unserem Ort das
äußere Gepräge eines Ferienortes zu geben.
Zur Müllabfuhr selbst:
Die Mülltonnen (50 ltr.) werden zu DM 20,60 a Stück durch die Gemeinde
beschafft und den Benutzern als Eigentum von der Gemeinde in Rechnung gestellt.
Mit der Abfuhr wird in ca. 3 - 4 Wochen nach Eintreffen der Mülltonnen,
begonnen. Die Abholung erfolgt wöchentlich einmal (Tag wird noch bekannt
gegeben) und kostet pro Jahr DM 18,00 pro Tonne. Sperrgüter müssen an den noch
bekannt gegebenen Tagen und Zeiten angeliefert werden. Hierfür beträgt die Jahresgebühr
bei Gewerbetreibenden DM l0,00 pro Jahr. Hausmüll im
Sinne der erlassenen Satzung ist der in den Wohnungen und anderen Teilen des
Grundstücks anfallende Unrat: Asche, Schlacke in kaltem Zustand, Hauskehricht,
Nahrungsmittel und Küchenabfälle, sowie Hauswirtschaftliche Abfälle wie Lumpen,
Knochen, Papier, Glas, Scherben, Metalle, Konservenbüchsen, Blumenabfälle und
dgl.
Als Hausmüll gelten nicht:
a) Packstoffe, Asche und
Schlacke, soweit sie gewerblichen Betrieben entstammen, sowie Bauschutt und
größere Steine.
b) Abfälle aller Art aus
gewerblichen Betrieben, aus Fabriken, Werkstätten, Geschäftsräumen Gasthöfen,
Gastwirtschaften, Metzgereien, Bäckereien, Krankenhäusern u. s. w.
c) Schnee, Eis, Erde, Laub,
Schlamm, Gartenabfälle u. Hofunrat.
d) menschliche u. tierische Auswurfstoffel
Stalldung, Ekelerregende Stoffe, sowie Tierleichen.
e) flüssige Stoffe jeder Art.
f) Stoffe, die infolge ihres
hohen Säuregehalts oder aus einem anderen Grund Müllgefäße angreifen,
beschädigen oder ungewöhnlich verschmutzen.
g) Feuerwerkskörper, leicht
entzündbare Stoffe und Karbid.
h) Sperrstücke, die nicht in
die Gefäße aufgenommen werden können.
Wir hoffen, und bitten um Ihr
Verständnis und Mithilfe zu einem reibungslosen Ablauf.
In diesem Sinne grüßt bestens
Bürgermeister
30.- 31.07.1965
Heftiges Unwetter im Niddatal.
Über Schotten, das Niddatal
und weite Teile des Vogelsberges ergossen sich in der Nacht vom Freitag auf
Samstag und am Samstagmorgen wolkenbruchartige Regenfälle, die auf weiten
Strecken des Niddatales zu großen Überschwemmungen führten. Nach einer
Information der Beobachtungsstelle Schotten des Wetteramtes Frankfurt/ Main
fielen in dieser Nacht über Schotten 40,8 Ltr. Regen auf den qm, anderenorts
wurden sogar bis zu 57,7 Ltr. registriert. (Monatsmenge in diesem Monat Juli
über 300 Ltr. je qm.)
Zu Bild oben: Für die
Werksfeuerwehr der Firma Maria SOELL in Eichelsdorf gab es viel zu tun, um die
Schäden, die das Unwetter am Samstagmorgen anrichtete, zu beseitigen.